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Zur 53. Saison drehen die Loks auf dem Killesberg ihre Runden / Messe Stuttgart erwartet 90.000 Passagiere
In Kürze steigen über dem Killesberg wieder altbekannte Rauchzeichen auf. Nicht nur für die Bewohner des Stuttgarter Nordens ein Signal, das leicht verständlich ist: Die
Kleinbahn eröffnet die Saison. Am Karfreitag, 18. April, geht’s los und bis einschließlich Sonntag, 5. Oktober, wird Dampf gemacht. Wenn es wieder einen Goldenen Oktober gibt, verlängert sich die Bahnsaison um 14
Tage.
Im vergangenen Jahr ließen sich nach Auskunft von Gerald Bartl, Chef der Technikabteilung bei der Stuttgarter Messe, rund 87.500 Passagiere durch den Höhenpark
chauffieren. Trotz des verregneten Sommers waren dies gut vier Prozent mehr als im Vorjahr (84.000). Diese Zahl will man, falls Petrus mitspielt, in diesem Jahr zumindest wieder erreichen oder noch besser auf 90.000
steigern.
Den Winter hat die Mannschaft um Lokführer Ronny Rüchel dazu genutzt, die vier denkmalgeschützten Museumsbahnen zu zerlegen, zu überprüfen und auf Vordermann zu bringen.
“Die Kessel der Dampfloks mussten diesmal nicht zur Generalinspektion ins thüringische Meiningen geschickt werden”, sagt Rüchel, “dafür haben wir im Rahmen einer großen Wagenwartung die Radsätze an allen
Personenwagen komplett ausgetauscht und justiert.” Davon waren immerhin 60 Achsen betroffen. Damit die Kessel (Fassungsvermögen 700 Liter plus Tender mit 1000 Liter) zur Schonung mit “weichem” Wasser aufgefüllt
werden können, war im Vorjahr eine feste Wasseraufbereitungsanlage im Depot installiert worden. Zudem verfügt Rüchel über eine mobile Anlage, die in einem Transportwagen zum Kleinbahnhof gefahren wird. Diese
“Sauerstoff-Impfanlage” hat sich bewährt, “wir haben deutlich weniger Korrosion an und in den Kesseln festgestellt”.
Zum Saisonauftakt am kommenden Freitag stehen alle vier Kleinbahnen zur Verfügung. Unter der Woche und (falls nötig) sonntags sind die robusten Dieselloks im Einsatz,
während die beiden jetzt 53-jährigen Dampfeisenbahnen am Wochenende und feiertags im Killesberg-Park ihre Runden drehen.
Die Kleinbahnen sind übrigens filmreif: Die Arbeit der Monteure in der Werkstatt, die TÜV-Abnahme der Züge und 14 Wagen sowie der Fahrbetrieb im Sommer wurde auf
vielfachen Wunsch auf Video aufgenommen. Die Kassette für Kleinbahn-Liebhaber ohne Hollywood-Anspruch (Preis zehn Euro) wird über den Förderverein der Kleinbahn zum Beispiel bei der Modellbahn-Messe im Herbst
vertrieben oder kann direkt bei der Lok-Besatzung angefordert werden. Zudem hat der Förderverein um Bernd Nusch und Uwe Brodbeck im Vorjahr einen der Personenwagen behindertengerecht umbauen lassen, damit auch
Rollstuhlfahrer das Panorama des Parks vom fahrenden Zug aus genießen können. Laut Rüchel wurde der umgebaute Wagen sehr gut angenommen – “etwa 80 bis 100 Rollstuhlfahrer waren in der vergangenen Saison mit an Bord”
– und hatte viel Lob erhalten. Ob ein zweiter behindertengerechter Wagen vom Förderverein angeschafft wird, ist derzeit noch offen. Auf der Hauptversammlung des Vereins im Mai soll darüber diskutiert werden.
Herausgeber: Axel Recht, Pressesprecher Messe Stuttgart
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